Kennzahlen verstehen
EinsteigerDas KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis) verstehen
Inhaltsverzeichnis
Was das KGV misst
Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV, englisch P/E für Price/Earnings) teilt den aktuellen Aktienkurs durch den Gewinn je Aktie. Ein KGV von 20 bedeutet: Der Markt bewertet das Unternehmen aktuell mit dem 20-Fachen seines Jahresgewinns.
Anders ausgedrückt: Bei gleichbleibendem Gewinn bräuchte es rechnerisch 20 Jahre, bis die kumulierten Gewinne den heutigen Kurs "einholen" - eine grobe Faustregel, keine Prognose, da sich Gewinne über die Zeit ändern.
Warum ein niedriges KGV nicht automatisch "günstig" heißt
Ein niedriges KGV kann eine Aktie beschreiben, die im Verhältnis zu ihrem Gewinn moderat bewertet ist - es kann aber auch bedeuten, dass der Markt sinkende künftige Gewinne erwartet (z. B. bei strukturellen Problemen der Branche). Ein hohes KGV wiederum ist bei stark wachsenden Unternehmen üblich, deren Gewinne der Markt in den kommenden Jahren deutlich höher erwartet.
Das KGV allein sagt also nichts darüber aus, ob eine Bewertung "gerechtfertigt" ist - dafür braucht es zusätzlichen Kontext: Wachstumstempo, Verschuldung, Branchenüblichkeit.
Warum der Vergleich zählt
Ein KGV von 25 ist für ein Software-Unternehmen unauffällig, für einen Versorger dagegen ungewöhnlich hoch - beide Branchen haben strukturell unterschiedliche Wachstums- und Kapitalprofile. Aussagekräftiger ist deshalb meist der Vergleich: gegen den Sektor-Median (wie stark weicht die Bewertung von vergleichbaren Unternehmen ab) oder gegen die eigene historische Bewertungsspanne der Aktie (notiert sie aktuell über oder unter ihrem eigenen langjährigen Durchschnitt). Erikonomie zeigt beide Vergleichswerte auf jeder Aktienseite im Bewertung-Tab.
Erikonomie stellt ausschließlich allgemeine, automatisiert berechnete Informationen zu öffentlich verfügbaren Finanzkennzahlen bereit. Dies ist keine Anlageberatung, keine Anlagevermittlung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Alle Angaben ohne Gewähr. Investitionsentscheidungen triffst du eigenverantwortlich.