← Zurück zur Akademie-Übersicht

Strategie & Psychologie

Fortgeschritten

Verlustaversion und Herdenverhalten: Verhaltensökonomische Fallstricke

Inhaltsverzeichnis

Verlustaversion

Nach den Arbeiten von Daniel Kahneman und Amos Tversky (Prospect Theory, 1979) wiegt ein Verlust in der Wahrnehmung der meisten Menschen psychologisch schwerer als ein gleich großer Gewinn erfreut. Das kann dazu führen, Verlustpositionen länger zu halten als eigentlich beabsichtigt - in der Hoffnung, den Verlust „auszusitzen“ -, während Gewinne oft vorschnell realisiert werden.

Herdenverhalten

Die Tendenz, sich an den Entscheidungen einer größeren Gruppe zu orientieren, unabhängig von der eigenen unabhängigen Einschätzung - verstärkt sich typischerweise in Phasen starker Kursbewegungen (sowohl nach oben als auch nach unten), wenn öffentliche Aufmerksamkeit und mediale Berichterstattung zunehmen.

Recency Bias und Bestätigungsfehler

Der Recency Bias beschreibt die Tendenz, jüngeren Ereignissen überproportional viel Gewicht beizumessen - etwa die jüngste Kursentwicklung stärker zu gewichten als eine längere Historie. Der Bestätigungsfehler beschreibt die Tendenz, bevorzugt Informationen wahrzunehmen, die die eigene bestehende Meinung stützen, statt sie in Frage zu stellen. Beide Effekte sind gut dokumentierte, aber nicht vollständig vermeidbare menschliche Denkmuster, kein individuelles Versagen.

Wissenstest
Frage 1 von 2

Was beschreibt die Verlustaversion nach Kahneman/Tversky?

Weiter entdecken

Erikonomie stellt ausschließlich allgemeine, automatisiert berechnete Informationen zu öffentlich verfügbaren Finanzkennzahlen bereit. Dies ist keine Anlageberatung, keine Anlagevermittlung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Alle Angaben ohne Gewähr. Investitionsentscheidungen triffst du eigenverantwortlich.