Kennzahlen verstehen
FortgeschrittenNet Debt/EBITDA: Wie hoch ist die Schuldenlast?
Die Kennzahl
Net Debt/EBITDA setzt die Netto-Verschuldung (verzinsliche Schulden abzüglich liquider Mittel) ins Verhältnis zum EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen). Ein Wert von 2 bedeutet grob: Es bräuchte etwa zwei Jahre des aktuellen operativen Ergebnisses, um die Nettoschulden vollständig zu tilgen.
Ein negativer Wert bedeutet, dass ein Unternehmen mehr liquide Mittel als verzinsliche Schulden hält - eine Netto-Cash-Position.
Warum Branchenvergleich entscheidend ist
Kapitalintensive Branchen wie Versorger oder Immobilien tragen strukturell deutlich höhere Verschuldung als etwa Software-Unternehmen - das liegt an planbaren, stabilen Cashflows und langlebigen Sachanlagen, die als Sicherheit dienen können, nicht zwangsläufig an schlechterem Wirtschaften. Ein Net-Debt/EBITDA von 4 kann bei einem Versorger unauffällig, bei einem Technologieunternehmen dagegen ein deutliches Warnsignal sein.
Bei Banken und Brokern ist die Kennzahl strukturell kaum aussagekräftig, da ihr Bilanzvolumen durch das Kerngeschäft (Kredite, Einlagen) dominiert wird - hier ist der Verschuldungsgrad (Fremdkapital/Eigenkapital) die gebräuchlichere Ersatzkennzahl.
Erikonomie stellt ausschließlich allgemeine, automatisiert berechnete Informationen zu öffentlich verfügbaren Finanzkennzahlen bereit. Dies ist keine Anlageberatung, keine Anlagevermittlung und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Alle Angaben ohne Gewähr. Investitionsentscheidungen triffst du eigenverantwortlich.